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Hühnerhaltung – Wie Sie sich artgerecht Hühner halten:

HühnerhaltungDie Entscheidung ist getroffen, man möchte sich eigene Hühner halten. Dabei stehen der Spaß und die gleichzeitige artgerechte Hühnerhaltung im Vordergrund. Bevor das Projekt gestartet werden kann, sollten daher einige Punkte beachtet werden. Auch wenn Hühner zu den sehr genügsamen Tieren zählen, sollte über ein fundiertes Grundwissen verfügt werden. Warum es entscheidend ist, dass die Haltung artgerecht und liebevoll an die Bedürfnisse angepasst wird, liegt auf der Hand. Durch gute Haltungsbedingungen, lässt sich der Erfolg in der Hühnerhaltung optimieren und die Eierproduktion anregen. Sind Hühner Haltungsbedingt hohem Stress ausgesetzte, führt dies zu einer geringeren Lebensqualität und einer kürzeren Lebenserwartung. Dies frustriert Mensch als auch Tier in gleichem Maße. In der natürlichen Wildbahn, können die Verwandten unserer heutigen Haushühner so bis zu stattliche 15 Jahre alt werden. Im den folgenden Punkten, soll näher auf die Bedürfnisse von Hühnern eingegangen werden:

Tipp: Beginnen Sie mit einer bescheidenen kleinen Hühnerherde und planen Sie von vornherein eine nahtlose Erweiterung ein. Das erspart auf dem Weg zum vollendeten Hühnerparadies so manche Enttäuschung! Insbesondere sollten Sie bei der Planung darauf achten, dass Sie sich ihre täglichen Routinearbeiten möglichst erleichtern, um so mehr Zeit für die Freude an Ihren Hühnern zu finden.

Zusammen ist man weniger alleine:

In der Natur leben Hühner in soliden Gruppen von 10–20 Hennen und einem Hahn zusammen. Hühner dürfen daher auch im eigenen Garten nicht alleine gehalten werden. Bei der Anschaffung von Hühnern sollte die Herde mindestens aus 4 Hühnern bestehen. Hühnerhaltung ist demnach auch Gruppenhaltung. Ein Huhn fühlt sich nicht wohl alleine und wird sehr unglücklich. Erkennen lässt sich ein unglückliches Huhn an einem stumpfen und glanzlosen Gefieder und wenig oder gar keiner Eierproduktion. Zusätzlich rupfen sich traurige Hühner selber Federn aus und werden meistens frühzeitig sterben. Es lohnt sich daher nicht, sich gegen dieses Bedürfnis des Huhns zu stellen!

Geschützt vor Raubtieren und Ungeziefer:

Hühner brauchen einen trockenen und geschützten Stall. Er muss komplett verschließbar sein, damit kein Fuchs, Marder oder anderes Wildtier hineingelangen kann. Auch Mäuse und Ratten sollten hier nicht hineingelangen. Die Auswahl der Hühnerunterkunft ist eines der wichtigsten Kriterien der Hühnerhaltung. Sollten Sie Hilfe zum Thema Hühnerstall kaufen brauchen, dann können wir Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen.Fressfeind der Hühner

Grundversorgung:

Versorgt werden müssen Hühner immer mit ausreichend, sauberem Wasser. Das Füttern von Hühnern ist nicht sehr aufwendig. Auf dem Markt findet man viele fertige Produkte in denen alles vorhanden ist, was das Huhn benötigt. Dabei bestehen die fertigen Mischungen meistens aus zahlreichen Körnern, Samen und Muschelgrid. Muschelgrid ist sehr wichtig für das Huhn, denn nur so kann es eine ausreichend starke Eierschale produzieren. Muschelgrid, besteht zu einem Großteil aus Kalk. Beachtet man die hohe Produktion der Legehennen, so wird deutlich, dass ein hoher Bedarf an Kalk besteht. Wenn dieser Bedarf nicht erfüllt wird, so kann es dazu kommen, dass Hühner nur in der Lage sind unzureichende Schalen zu produzieren.

Frisch und Grün: Hühner lieben es zu picken, scharren und sie mögen Wiese. Wenn möglich sollte es Hühnern tagsüber angeboten werden, frei herumzulaufen und Gras zu picken. Dabei wird nicht nur Futter gespart, sondern es wird auch die Qualität der Eier und die Lebensqualität der Hühner wird gesteigert. Außerdem freuen sich Hühner auch über frisches Gemüse, Obst und Essensreste, wie zum Beispiel Nudeln, Reis oder zerbrochene Brotkrumen. Dabei sollten sie ihren Hühnern auf keinen Fall Fleisch, Zwiebeln, scharfes Essen oder Milchprodukte füttern. Diese sind nicht für Hühnerernährung geeignet. Ein bis 4 Mal im Jahr sollten Sie dem Futter außerdem eine Wurmkur beimischen. All diese Dinge sind relativ leicht umzusetzende Grundbedürfnisse, um artgerecht Hühner halten zu können.

Das Nest:

Des Weiteren muss sich bei der Hühnerhaltung mit dem Thema Nest beschäftigt werden. Hier gibt es zahlreiche Varianten und Möglichkeiten. Am liebsten legen Hühner ihre Eier an einen dunklen und gemütlichen Ort. Dass man Hühnern ein ordentliches Nest anbietet ist sehr wichtig, da man so wildem Legen zuvorkommen kann. Sind Hühner nicht von dem bereitgestellten Nest überzeugt, oder gibt es zum Beispiel zu wenig Nester im Stall, so suchen sie außerhalb nach einer geeigneten Möglichkeit die Eier abzulegen. Das Nest sollte mit einem weichen Einstreu ausgelegt werden. Dieses sollte täglich gereinigt werden. Genauso wie der gesamte Stall ist es wichtig einen Hühnerstall sauber zu halten. Also wer sich Hühner halten will, muss mit Arbeit rechnen. Es ist sinnvoll alle paar Wochen, oder ein Mal im Monat den gesamten Stall komplett zu reinigen. Dadurch soll Bakterienherden und Krankheitserregern vorgebeugt werden. Besonders achtsam sollten man mit dem Thema Milben umgehen. Diese nisten sich gerne in Ställe ein und sind äußerst hartnäckig. Durch ein gutes Stallkonzept, kann dies jedoch verhindert werden. In den Bereichen der Milbenbekämpfung findet man zudem viele Produkte in den gängigen Geschäften, in denen man auch das Futter kaufen kann.

Hühner und Höhe:

Hühner sind sehr genügsam, aber auch sie haben ein paar Präferenzen, welche am besten erfüllt werden sollten. So sollte es zum Beispiel ermöglicht sein, dass sich Hühner an erhöhten Plätzen niederlassen können. Besonders nachts schwindet die Sicht von Hühnern und daher benötigen sie einen sicheren Ort. Hühner schlafen evolutionär bedingt nicht gerne auf dem Boden und fühlen sich wohler, wenn sich ihre Schlafposition weit oben befindet. Abhilfe schaffen hier zum Beispiel Stangen, Leitern oder erhöhte Nester. Dies liegt daran, dass sich am Boden meistens Raubtiere aufhalten. Zufriedene Hühner, legen auch bessere Eier.Hühner richtig halten

Pflege ist wichtig:

Hühner wetzen gerne ihre Schnäbel ab, dies ist auch notwendig, da der Schnabel fortlaufend wächst. Um möglichst präzise picken zu können, muss ihnen eine Wetzstelle angeboten werden, dazu genügt ein Bereich, mit zum Beispiel Betonboden. Zudem ist es sinnvoll Hühnern eine Sandfläche zur Verfügung zu stellen. Bei der Hühnerhaltung sollte man sich auch Gedanken über einen kleinen Sandhaufen für die Hühner machen, denn die Gefiederpflege ist Hühnern sehr wichtig und ein Bad im Sand ist dafür genau das richtige.

Tierseuchenkassen – Anmeldung von Hühnerhaltung bitte nicht vergessen!

Spätestens seit dem Auftreten der Vogelgrippe, ist es wichtig, Geflügelhaltung und daher auch Hühnerhaltung, zu registrieren. Passiert dies in einem kleinen, privaten Rahmen, betragen die Kosten ein paar Euro pro Jahr. Viele fragen sich: „Warum muss man seine Hühnerhaltung registrieren lassen?“ Besonders Vögel, welche ständig draußen sind, haben auch Kontakt mit Wildvögeln. Dazu zählen auch die ansässigen Spatzen, Amseln oder Schwalben. Ob direkt oder indirekt, zum Beispiel durch das gemeinsame Nutzen von Wassertränken ist dabei nicht entscheidend. So besteht immer auch die Gefahr von Krankheitsübertragung. Da man im Ernstfall wissen muss, wo sich möglicherweise eine Krankheit verbreitet ist es wichtig Hühnerhalter rechtzeitig informieren zu können, damit entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden können.

Welche Rassen eignen sich für das Hühner halten?

Huhn ist nicht gleich Huhn! Bei der Hühnerhaltung sollte die Hühnerrasse sehr bedacht gewählt werden. Es gibt zurzeit rund 150 verschiedenster Hühnerrassen in Deutschland, die sich für die Hühnerhaltung eignen. Dabei variiert die Größe, Farbe, das Gewicht und die Legeleistung der Hühnerrassen. Reflektiert werden muss, wofür die Hühner hauptsächlich genutzt werden sollen. Steht die Haltung von eierlegenden Hennen im Vordergrund, empfehlen sich andere Rassen, als bei einer Haltung in der, der spätere Verzehr des Fleisches gewünscht ist. Möchte man Hühner halten, dann sollte man sich im Vorneherein im Klaren sein, welchen Nutzen die Hühner haben sollen. Für viele kommen sogenannte Hybriden Hühner in Frage. Diese legen sowohl genügend Eier und liefern zusätzlich auch ein gutes Fleisch. Eine dieser Hybridrassen sind zum Beispiel die Italiener. Abhängig von der Legeleistung, gestaltet sich meist auch die Lebenserwartung von Hühnern. Ein Huhn, dass im Jahr bis zu 160 Eier legt ist schneller ausgelaugt. Die Legeleistung, aller Hühnerrassen nimmt im Laufe der Zeit kontinuierlich ab.
Hühner werden von Zeit zu Zeit das Bedürfnis haben zu brüten. Neuere Rassen besitzen diesen Trieb oftmals weniger stark. Ein sogenanntes „gluckiges“ Huhn stellt die Eierproduktion ein und sitzt den ganzen Tag auf den Eiern rum. Um einem solchen Verhalten entgegenzuwirken sollte man die Eier jeden Tag aus den Nestern nehmen. Rassen wie zum Beispiel des Leghorn verspüren wenig Neigung „gluckig“ zu werden. Steht jedoch auch die Aufzucht von Küken mit auf der Wunschliste, eignen sich zum Beispiel Sperber- Hühner, welche besonders gute Mütter sind.

Ob Grün, Weiß, Gefleckt, Braun oder sogar tiefes Schokoladenbraun: Verschiedene Rassen produzieren auch oftmals verschiedene Eierschalen und Eiergrößen. Eine gemischtrassige, kleine Herde von Hühnern, kann besonders Familien mit Kindern Freude bereiten, wenn diese verschiedenfarbigen Eier legen. Das zuordnen des Huhnes an Hand der Eierfarbe, bereitet viel Vergnügen und führt so auch schon die Kleinsten näher in die Thematik ein. Hühner fangen ca. ab der 21 Woche an Eier zu produzieren.

Prachtvolles Gefieder und filigrane Details: Zierhühner sind sehr schön anzuschauen und werden ihren Besitzern viel Freude bereiten, sind aber nicht unbedingt für eine hohe Legeleistung bekannt.

Wer ist der Chef?

Auch unter dem Namen „Hackordnung“ bekannt, zeichnet sich eine Hühnergruppe durch eine gnadenlose Hierarchie aus. Bei einer Gruppe, welche einen Hahn beinhaltet, wird dieser das Zepter übernehmen. Dabei fungiert er nicht nur als Leiter und Führer seiner Hennen, er beschützt diese auch vor Feinden. Als wahre Gentleman führen sie ihre Hennen zu den besten Futterplätzen und weisen auf Käfer hin. Bei einer Hühnerhaltung ohne Hahn, wird sich auch hier das dominanteste Tier durchsetzen. Einmal festgelegt, verändert sich die Rangfolge in der Hühnergruppe in der Regel nicht mehr. Falls neue Hühner in eine bestehende Rangordnung integriert werden sollen, muss dies mit äußerster Bedacht geschehen, denn Hühner können sehr unbarmherzig sein. Dem der Hühner halten will, empfiehlt sich im Allgemeinen eine spätere Eingliederung nicht.

Tipp: Neuzugänge oder Tiere, die beispielsweise aus Krankheitsgründen einige Zeit von der Herde getrennt waren, werden am besten nachts wieder unauffällig in die Gemeinschaft eingegliedert.

Impfungen bei der Hühnerhaltung

Viele Impfungen, bei Hühnern sind vom Gesetzgeber festgelegt. So zum Beispiel die Newcastle Impfung. Die Verabreichung von Impfstoffen, kann durch eine Spritze vom Tierarzt durchgeführt werden oder in das Trinkwasser eingemischt werden. Bei der zweiten Variante muss sichergestellt werden, dass sie Hühner den Wirkstoff auch tatsächlich aufnehmen. Bei Impfungen sollte man bei der Hühnerhaltung nicht zu fahrlässig handeln, eine nicht geimpfte Hühnerherde, ist sehr anfällig. Auch für Halter, welche mit ihren Hühnern Ausstellungen besuchen ist eine Impfung ein absolutes Muss! Erscheint ein Tier in der Herde schwächer und hat zum Beispiel Atemnot sollten umgehend ein Tierarzt besucht werden. Auch wenn Hühner Nutztiere sind brauchen sie eine ausreichende Pflege und Vorsorge. Die Aufgaben bei der Hühnerhaltung sollten nicht unterschätzt werden!

Interessantes Zusatzwissen: Durch DNA-Analyse von Dinosaurierknochen konnten amerikanische Forscherbeweisen, dass Hühner die nächsten noch lebenden Verwandten der Dinosaurier sind.

Schlussworte

Es wird konkret darüber nachgedacht, Hühner in den heimischen Garten zu integrieren? Bevor Hühner angeschafft werden, müssen einige Punkte genauestens überdacht werden.
Bevor Hühner in den Garten einziehen und der Eintritt in die Hühnerhaltung gemacht wird, sollte vorerst genauestens abgeklärt werden, ob Halter sich all den Pflichten und Bedürfnissen eines Huhnes bewusst sind. Bedacht werden muss:

  • Hühnerhaltung ist ein Hobby, mit der Anschaffung, verpflichtet man sich jeden Tag, egal zu welcher Witterung zu kommen. Dies kann dazu führen, dass man morgens früh aufstehen muss oder aber auch abends noch die Hühner reinholen muss. Klären Sie zusätzlich ab, ob im Krankheitsfall eine Vertretung vorhanden ist, dies ist auch für geplante Urlaube unabdingbar.
  • Das Hobby der Hühnerhaltung erfordert von dem Halter einen konstanten Zeitaufwand. Besonders die Pflege des Stalles kann zeitaufwendig werden. Hühner können nicht in einem dreckigen Stall leben.
  • Kontaktieren sollten Interessenten vor der Anschaffung der Hühner und insbesondere eines Hahnes, auch die umliegenden Nachbarn. Eine gute und tolerante Nachbarschaft, freut sich gegebenenfalls ab und an auf frische Eier. Stehen Freunde, Familie und Nachbarn hinter dem Vorhaben Hühnerhaltung, bietet sich auch eine Arbeitsaufteilung an. Ein entstehender Nachbarsstreit auf Grundlage von ihren neu erworbenen Hühnern, kann den Spaß jedoch verderben. Bedacht sollte auch werden ob jemand vertretend die Hühner halten kann sollte man selber keine Zeit haben (Urlaub, Krankheit, usw.).
  • Eine tierärztliche Versorgung ist wie bei jeder Tierhaltung Voraussetzung, dadurch kann es immer wieder zu unvorhersehbaren Kosten kommen. Werden Tiere krank ist es ihre Pflicht als Tierhalter die nötigen Medikamente zu verabreichen.
  • Beachtet werden muss, dass auch im Winter bei kaltem Wetter, eine artgerechte Hühnerhaltung gewährleistet werden muss. Dazu ist es wichtig den Hühnern ein warmes und geschütztes Haus anzubieten. Im Winter nimmt zudem die Legeleistung der Hühner ab. Sie sollten daher nicht vorschnell enttäuscht sein.
  • Überlegt werden muss, was mit alten Hühnern passiert, welche keine Eier mehr produzieren. Wer nicht in der Lage ist die Hühner zu schlachten und kein Interesse daran hat ihnen einen Gnadenplatz zu gewähren, der sollte eine Hühnerhaltung gut überdenken.
  • Stellen diese Punkte kein Problem dar, steht einer Hühnerhaltung im eigenen Garten nichts im Wege. Es ist wichtig Hühnern ein schönes Leben bieten zu können, wenn man im Gegenzug von ihren Qualitäten profitiert.